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Unangenehme Post für die Sparkasse Pforzheim Calw

Werde beschissen und betrogen (… so die Worte eines Sparkassenkunden)

Quelle: muelacker-tagblatt.de

Unangenehme Post für die Sparkasse Pforzheim Calw. Wir finden, dass dieser Beitrag einen Platz auf unserer Seite verdient hat. Zu was – sich getäuscht fühlende – Sparkassenkunden alles fähig sind, zeigt dieser Beitrag.

Sparkasse Pforzheim Calw: Uringetränkter Brief landet in einem Bankbriefkasten im Heckengäu – 39-Jähriger verurteilt

Maulbronn (ra). Einen psychiatrischen Gutacher hat das Maulbronner Amtsgericht gestern bemüht, um die Schuldfähigkeit eines 39-Jährigen überprüfen zu lassen, der im Mai dem Ärger über seinen Hausfinanzierer in einer ekelerregenden Form Ausdruck verliehen hat.

Der Diplom-Kaufmann aus dem Heckengäu hatte einen an ihn gerichteten Brief der Sparkasse Pforzheim Calw mit Urin getränkt und in den Briefkasten der Filiale in seinem Wohnort geworfen. Amtsgerichtsdirektor Bernd Lindner verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 700 Euro. Nicht zum ersten Mal, sagte die 44-jährige Sparkassenangestellte, die den Briefkasten geleert hat, fanden sich im Briefkasten mit Urin durchfeuchtete Briefe mit der Adresse des Angeklagten. Diesmal erstattete das Geldinstitut Anzeige wegen Sachbeschädigung. Der Briefkasten musste gereinigt werden und zumindest ein weiterer Quittungsbeleg war so durchweicht, dass er nicht mehr zu lesen war.

Ein lächerlicher Vorwurf, den Sie erst einmal nachweisen müssen“, konterte der Angeklagte nach Verlesung der Anklage durch Staatsanwalt Stephan Höll. Er sei nicht der einzige, der Zugang zu seinem Haus und seinem Briefkasten habe. Es gehe gar nicht um den Anklagepunkt, sondern um die Sparkasse. Die würde schließlich die Zwangsversteigerung seines Hauses betreiben. Seine frühere Lebensgefährtin, die Miteigentümerin des Hauses ist, deren Rechtsanwälte, das Geldinstitut und die Staatsanwaltschaft hatten in der Vergangenheit mehrfach Briefe des Angeklagten erhalten. Worin er mit Beleidigungen und Beschuldigungen nicht gegeizt hat. Falschaussagen, Diebstahl, Betrug und Unterschlagung warf er der Gegenpartei vor.

Bereits früher vor dem Amtsgericht Maulbronn angeklagt

Beleidigungen, die ihn schon einmal vor den Richtertisch von Dr. Bernd Lindner gebracht hatten. Dass das Verfahren damals eingestellt wurde, weil seine Ex-Freundin den Strafantrag zurückzog, verbuchte er für sich als klaren Freispruch. Auch in der gestrigen Verhandlung geriet der Diplom-Kaufmann wieder und wieder in Rage darüber, wie er von allen verraten und alleingelassen werde. Für ihn war die Verhandlung nur ein weiterer Markstein in dem Bemühen, ihm das Haus wegzunehmen. „Ich werde beschissen und betrogen.“

Er befinde sich seit Jahren in einem Umfeld absoluter Aggressivität, sagte der Angeklagte. Nein, bei seiner Arbeit benehme er sich nicht aggressiv, erklärte er auf Nachfragen des psychiatrischen Gutachters, Dr. Rolf-Dieter Spitthoff. Da gehe es schließlich um etwas „Konsequentes“ und nicht um das „Gelabere und Geschwätz, wie ich es hier erfahre“. Die psychische Verfassung des Angeklagten sei keine einfache Geschichte, meinte der Gutachter vom psychiatrischen Zentrum Wiesloch. Sein Auftreten erinnere an das eines wütenden kleinen Kindes, das mit den Füßen stampft. Im geschützten Rahmen fühle er sich dazu berechtigt, sich auszutoben. Am Arbeitsplatz dagegen gebe er sich normal. Von einer krankhaften Störung könne aber noch nicht gesprochen werden. Einsichtsvermögen und Steuerungsfähigkeit seien vorhanden. Der Gutachter prophezeite dem Angeklagten jedoch im vorangegangenen Gespräch, sollte er sich nicht in den Griff bekommen, lande er irgendwann in der Psychiatrie.
Wie schwer der Angeklagte damit zu kämpfen hat, sich im Zaum zu halten, zeigten seine Reaktionen auf das Urteil. Erst wollte er vor der Begründung den Saal verlassen. Dann zerbrach er in seiner Anspannung die Gläser seiner Sonnenbrille und drehte dann dem Richter demonstrativ den Rücken zu.

Bettina Rackowitz

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