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Ford-Händler aus München: fast 2,7 Millionen Euro Zinsschaden

Wie Autohäuser um Ihre Liquidität gebracht werden

Quelle: Süddeutsche.de

Ford-Händler aus München: fast 2,7 Millionen Euro Zinsschaden: Wer einen Kontoauszug in den Händen hält, geht in der Regel davon aus, dass die dort aufgeführten Posten und Beträge korrekt sind. Doch dies sei weit gefehlt, wie die Berliner Firma Zinspruef bei diversen Prüfverfahren feststellen musste. Dabei sind die Beispiele, wie Banken ihre Kunden um zum Teil massive Beträge prellen, vielfältig. So werden Zinsen falsch berechnet, Beträge zu früh abgebucht oder Gutschriften zu spät überwiesen. Und hierbei handelt es sich keineswegs um Cent-Beträge, berichtet Süddeutsche.de. Ralph Hans Brendel, Kreditsachverständiger und seit 1989 fachlicher Leiter von Zinspruef, geht davon aus, dass den Kunden auf diese Weise Milliardensummen verloren gegangen sind.

Abrechnungsfehler: Unternehmer um Millionen geprellt Die Berliner Firma Zinspruef, eine unabhängige Gesellschaft bestehend aus Kontenprüfern und Kreditsachverständigen, analysiert und kontrolliert gewerbliche und private Kredit- und Finanzierungsverträge. Auch der Münchener Unternehmer Anton Reich nahm die Dienste der Firma in Anspruch und schickte insgesamt 300 Aktenordner, gefüllt mit Kontoauszügen, nach Berlin. Das Ergebnis: Die Geldhäuser haben dem Ford-Händler über die Jahre hinweg fast 2,7 Millionen Euro zu viel an Zinsen abgezogen. Ein ziemlich erschütterndes Ergebnis, zumal Reich sich ein Jahr zuvor entschlossen hatte, sein Ford-Autohaus angesichts massiver Verluste zu liquidieren. Doch Brendel zufolge sei dies kein Einzelfall. Nur bei drei von zehn seiner Klienten würden die Banken korrekt abrechnen. In allen anderen Fällen konnte seine Firma zum Teil gravierende Abrechnungsfehler aufdecken.

Abrechnungsfehler bei diversen Kreditformen Egal ob Studienkredit oder Darlehen für einen Großbetrieb, Abrechnungsfehler der Banken sind keine Ausnahme, sondern vielmehr die Regel. Allein 2011 haben Banken aufgrund von Gutachten der Kanzlei Zinspruef 13 Millionen Euro zurückgezahlt. Zu den „Gehörnten“ zählen jedoch nicht nur Unternehmer, Handwerker oder Freiberufler, sondern auch ganz normale Privatleute. Brendel schätzt, dass die Banken so bundesweit Milliardensummen einbehalten, die eigentlich den Kunden zustehen würden. Dies geschieht, indem die Banken beispielsweise für die Inanspruchnahme des Dispokredits zu viele Zinstage berechnen. In vielen Fällen würden zudem die Zinsen eines variablen Kredits nicht mit dem Marktzins gesenkt, erklärt Brendel weiter. Aber auch ein zu frühes Abbuchen oder verspätete Gutschriften seien ein weit verbreiteter Abrechnungsfehler der Banken.

Falschberechnungen der Banken oft systematisch Was jedoch besonders erschreckend ist: Diese Abrechnungsfehler seien weder ein Einzelphänomen noch handele es sich um unbewusste Fehler der Banken. Wie Olaf Kumpfert ausführt, würden die Banken in diesem Zusammenhang flächendeckend und systematisch agieren. Insgesamt 170 Gutachten, in denen Abrechnungsfehler der untersuchten Banken von verschiedenen Kreditsachverständigen offengelegt wurden, hat der Autor ausgewertet und in seinem Buch „Zinsklau“ dargelegt. Die häufigsten Fälle von Abrechnungsfehlern seien demnach bei Banken und Sparkassen zu finden. Allerdings seien auch Kunden privater Institute nicht vor Abrechnungsfehlern gefeit.

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By | 2018-01-10T13:04:11+00:00 Januar 10th, 2018|Liquidität, Liquiditätsprobleme im Autohaus, Presse über Banken und Sparkassen|Kommentare deaktiviert für Ford-Händler aus München: fast 2,7 Millionen Euro Zinsschaden

Die Zins-Falle – wie Banken ihre Kunden abkassieren

Die Zins-Falle – wie Banken ihre Kunden abkassieren

Quelle: ZDF

Johannes Hillmann ist Landwirt im Münsterland. Als er den Hof von seinem Vater übernahm, war er hoffnungslos überschuldet. Kurz bevor der Landwirt aufgeben wollte, ließ er eine Zinsprüferin seine Konten durchsehen. „Zu dem Zeitpunkt, als wir dieses Gutachten gemacht haben, hatte die Bank einen Anspruch gegen uns von 140.000 Euro.“ Die Zinsprüfung durch eine unabhängige Expertin ergab ein ganz anderes Ergebnis. Demnach hätte die Bank ihm Geld erstatten müssen. Mehr als 18.000 Euro, denn die Bank habe nach seinen Berechnungen über viele Jahre die Zinsen falsch angesetzt.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des deutschen Zinsprüfer-Verbandes, Ralph-Hans Brendel, sei das kein Einzelfall.

Bei vielen Konten, die er überprüft hat, stellte Brendel falsche Zinsberechnungen fest: „Also, wenn wir zehn Kunden haben, dann finden wir bei mindestens sieben von zehn erhebliche Fehler, mindestens bei sieben.“ Und die meisten Fehler gingen eben nicht zu Lasten der Banken, im Gegenteil, fast immer seien die Kunden die Geschädigten.

„Ungleicher Kampf“

Landwirt Hillmann hat seine Bank verklagt. Sein Pech aber: Die Gerichte sagen, seine Ansprüche seien zumindest teilweise verjährt. Es sei ein ungleicher Kampf, klagt Hillmann. Die Entscheidungsträger auf der Gegenseite seien nicht persönlich betroffen, sondern handelten für ihre Bank. „Wir sind mit unserem kompletten Leben betroffen. Für uns hängt alles an diesem Projekt.“

„Nach oben passen sie die Zinsen immer an“, sagt der Kreditsachverständige Ralph Hans Brendel: „Nach unten kaum“. Fünf Prozentpunkte überhöhte Zinsen seien da keine Seltenheit. Das trifft Handwerker oder Landwirte, die oft hohe Kontokorrentkredite in Anspruch nehmen.

Über vermeintlich falsche Zinsabrechnungen und besonders hohe Zinsen für Dispokredite ärgert sich auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvira Dobrinski-Weiß. Sie will in der kommenden Regierung die Dispozinsen auf maximal 8 Prozent über dem Referenzzins deckeln. Denn seit 2008 seien diese Leitzinsen nach unten gestürzt und die Gewinne der Banken extrem gestiegen. Jeder Prozentpunkt über dem Leitzins spülte jährlich rund 400 Millionen Euro in die Kassen der Banken: „Wenn ich weiß, dass sich die Banken das Geld für 0,5 Prozent leihen, habe ich kein Verständnis dafür, dass ich bis zu 16 Prozent Überziehungszinsen zahlen soll. Das ist niemanden mehr zu vermitteln. Geldinstitute verdienen sich hier dumm und dämlich.“

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By | 2017-11-20T14:00:49+00:00 November 19th, 2017|Presse über Banken und Sparkassen, Sparkassen Erfahrungen, Zinsen berechnen|Kommentare deaktiviert für Die Zins-Falle – wie Banken ihre Kunden abkassieren