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APO Bank schuldet Apothekern Millionen

Die Apobank steht wegen ihrer Zinsanpassungklauseln in der Kritik.

Interview mit Kreditsachverständiger Brendel (

Bundesweit wird vor den Gerichten über Rückzahlungen gestrittent. Ralph Brendel ist Vorsitzender des Bundesverbands Kreditsachverständige und Kontenprüfer. Mit seinem Büro Zinsprüf“ unterstützt er Apotheker und Ärzte mit Gutachten. Mit APOTHEKE ADHOC sprach er über die Tricks mit den Zinsen und was Apotheker dagegen unternehmen können.

ADHOC: Wie bewerten Sie die Zinsanpassungsklauseln der Apobank?

BRENDEL: Aus meiner Sicht gibt es drei Probleme: Der erste Fehler liegt darin, dass die Apobank den Korridor für die variablen Zinsen selbst festlegt. So schön die Sicherheit ist, unabhängig von der Entwicklung am Finanzmarkt nie mehr als den maximal vereinbarten Zinssatz zu zahlen – sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass der Leitzins unter die vereinbarte
Schwelle fällt. So ist am Ende meist die Bank der Gewinner, die zusätzlich eine Abschlussgebühr kassiert und so doppelt profitiert.

ADHOC: Klingt nicht besonders fair, aber auch nicht illegal.

BRENDEL: Kritisch sind in der Tat vor allem die Regeln zur Anpassung der variablen Zinsen: Nach dem Äquivalenzprinzip müssten die Zinsen bei jeder Veränderung des Leitzinses 1:1 angepasst werden – und zwar in beide Richtungen nach den gleichen Schwellen und ohne Ermessensspielraum. Die Apobank schreibt aber oftmals auch in neuere Verträge, dass die Anpassung je nach. Die Apobank schreibt aber oftmals auch in neuere Verträge, dass die Anpassung je nach den eigenen Refinanizierungskosten erfolgt. Das ist vollkommen intransparent und auch nicht nachvollziehbar: Was kann der Apotheker dafür, wenn sich die Apobank mal wieder verspekuliert hat?

ADHOC: Wie viele Kunden der Apobank sind betroffen?

BRENDEL: Das ist schwer zu sagen, aber anscheinend waren die meisten Verträge nicht in Ordnung. Selbst wenn die Apobank bei laufenden Verträgen die Klauseln anpasst, müsste sie die falschen Berechnungen in der Vergangenheit korrigieren und damit würde der Apotheker eine Zahlung erhalten.

ADHOC: Verjähren die Ansprüche der Apotheker?

BRENDEL: Wenn die Zinsklausel fehlerhaft ist, muss zunächst ein Richter nach billigem Ermessen die korrekte Höhe des Zinssatzes festlegen, bevor die Verjährung überhaupt zu laufen beginnt. So steht es im Gesetz, und diese Linie vertritt auch der Bundesgerichtshof (BGH). Manche Gerichte gehen in den Verfahren von einer 10-jährigen Frist aus. Die von der Apobank oft angeführte 3-jährige Verjährung greift aus meiner Sicht nicht, weil der Kunde nicht alle Umstände kennen konnte. Die kurze Frist greift nur, wenn sich der Kunde grob fahrlässig verhält. Und grob fahrlässig ist kaum, wenn die Bank verkehrt abrechnet. Ist der Apotheker noch Kunde bei der Apobank, kann er sogar mit verjährten Ansprüchen – siehe § 215 BGB – heute noch aufrechnen. Die Apobank schreibt aber oftmals auch in neuere Verträge, dass die Anpassung je nach den eigenen Refinanizierungskosten erfolgt. Das ist vollkommen intransparent und auch nicht nachvollziehbar: Was kann der Apotheker dafür, wenn sich die Apobank mal wieder verspekuliert hat?

ADHOC: Was raten Sie Apothekern?

BRENDEL: Alle Konten überprüfen lassen und nichts wegwerfen – Unterlagen sind Wertpapiere. Wegen der Verjährung und der Möglichkeit der Aufrechnung sollte eine Umschuldung auf ein anderes Geldhaus auch erst nach einer Prüfung erfolgen.

ADHOC: Damit verdienen Sie dann Ihr Geld…

BRENDEL: Unsere Kunden haben die Wahl: Entweder wir rechnen stundenweise ab, dann kostet eine Prüfung der kompletten Finanzierung zwischen 2000 und 10.000
Euro, bei sehr komplexen Einzelfällen kann es auch mehr sein. Alternativ zahlt der Apotheker 25 Prozent des tatsächlich erzielten Erfolgs.

ADHOC: Was kann der Streit für die Apobank bedeuten?

BRENDEL: Dass die Apobank zu Unrecht erhaltene Beträge zurückzahlen muss. Es geht ja nur um eine Korrektur von berechtigten Ansprüchen. Die Bank hat kein Recht, Millionen zu behalten, die ihr nicht zustehen.

ADHOC: Ist das Vorgehen der Apobank vorsätzlich?

BRENDEL: Ich bewerte das mehr wirtschaftlich, arbeite aber auch regelmäßig als Gutachter den Staatsanwaltschaften zu. Strafrechtler gehen davon aus, dass eine bewusste unzulässige Handlung ab dem dritten Mal gewerbsmäßig ist. Über die Apobank sind gut 100 Gutachten im Umlauf. Das kann jeder für sich bewerten.

ADHOC: Handelt es sich um ein spezifisches Problem der Apobank?

BRENDEL: Andere Banken sind bei den Zinsanpassungen teilweise korrekter, haben aber dafür andere Schwachstellen. Die Apobank ist nicht per se schlecht. Gerade bei Existenzgründungen kann sie aufgrund ihrer Expertise mit Heilberuflern sehr schnelle und kompetente Kreditentscheidungen treffen. Allerdings gibt es schon eine ganze Reihe kritischer Produkte. Die Fondsversicherungen sind beispielsweise aus meiner Sicht totaler Unsinn.

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By | 2017-11-15T21:23:28+00:00 Oktober 29th, 2017|APO Bank, Apobank Ärzte und Apothekerbank, Presse über Banken und Sparkassen, Überhöhte Steuerbescheinigungen|Kommentare deaktiviert für APO Bank schuldet Apothekern Millionen

APO BANK: Problematik Steuerbescheinigungen

APO BANK  berechnet regelmäßig Zinsanpassungen falsch

Unstreitig berechnet die APO-Bank regelmäßig bei fast allen Kunden die Zinsen im Bereich der Zinsanpassung falsch und zu ihren Gunsten. Dies wird von der APO-Bank in den vielen Gerichtsverfahren bestätigt.

Hieraus ergibt sich ein enormes Problem. Die APO-Bank bestätigt, dass sie regelmäßig überhöht ausgestellte Zinsabrechnungen und Steuerbescheinigungen erstellt. Guten Glaubens reichen die betroffenen Bankkunden die überhöhten Steuerbescheinigungen bei den Finanzämtern ein, um die Steuern im Bereich der Betriebsausgaben, Werbungskosten, etc. geltend zu machen.

Bei diesen Bescheinigungen sind aber in erheblichen Umfang Zahlungen enthalten, die ohne Rechtsgrund geleistet wurden. Rechtsgrundlose Zahlungen erkennen die Finanzämter aber nicht an, wie sich bei mehreren unserer Kunden zeigte. Die Finanzämter begründen dies damit, dass Zahlungen, die ohne Rechtsgrund geleistet wurden, keine Betriebsausgaben oder Werbungskosten darstellen – was auch verständlich ist.

Wir erhalten in unserem Sachverständigenbüro pro Monat mehr als 2.000 durch die APO-Bank überhöhte Zinsabrechnungen. Der APO-Bank ist nach eigenem Bekunden seit dem Jahr 2001 bekannt, dass regelmäßig die Zinsen bei Zinsanpassungen unkorrekt angepasst werden. Dennoch erstellt sie überhöhte Zinsbescheinigungen, die zur Steuerverkürzung bei den Kunden führen.

Inwieweit sich daraus Konsequenzen für die APO-Bank ergeben, wird sich noch zeigen und soll an dieser Stelle noch nicht vertieft werden. Wichtiger sind die Konsequenzen für die betroffenen Bankkunden.

Nach Rücksprache mit insgesamt 8 Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern wurde einhellig die Ansicht vertreten, dass für die betroffenen Bankkunden große Probleme bei einer Steuerprüfung entstehen können. Soweit die Falschbescheinigungen noch nicht bekannt sind, haben die Steuerpflichtigen wohl noch nichts zu befürchten.

Anders sieht es bei Vorlage eines Gutachtens aus. Noch gravierender wird der Umstand, dass die APO-Bank die Falschabrechnungen bei Zinsanpassungen bestätigt und nur noch einwendet, dass der Korrekturanspruch nach 3 Jahren verjährt sei.

Nachdem die Steuerpflichtigen wohl in der Pflicht stehen, die Steuererklärungen zu korrigieren (zumeist für die letzten 10 Jahre), steht der Wunsch der Verjährung in Konflikt mit der Verpflichtung der Kunden, sich korrigierte Abrechnungen von der APO-Bank erstellen zu lassen.

In diesem Bereich können wir nur darüber berichten, welche Probleme vorliegen können. Ob dies bei Ihnen speziell auch der Fall ist, können wir nicht klären.

Daher bitten wir Sie, diese Problematik und Lösungsmöglichkeiten mit Ihrem Steuerberater zu besprechen.

Lösungsansätze zur ABO Bank

Eine zuverlässige Lösung liegt uns nicht vor. Wir können derzeit nur verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, die vom Bankkunden mit dessen Steuerberater zu klären sind. Hilfreich wäre sicherlich auch ein Gespräch mit dem Finanzamt, um eine Lösung zu finden.

Es wäre daran zu denken, dass die betroffenen Kunden Zahlungen auf nicht nachvollziehbare Rechnungen nicht mehr leisten und erst auf korrekte Rechnungslegung bestehen. Dadurch käme die APO-Bank in Zugzwang, sämtliche Falschabrechnungen zu korrigieren, weil sie ansonsten keine Raten mehr erhält.

Hinweis

Soweit Sie Geschäftsführer einer Gesellschaft, z. B. GmbH, sind, können sich weitere Haftungsprobleme ergeben, wenn überhöhte Abrechnungen (Zahlungen ohne Rechtsgrund) zu Lasten der GmbH überwiesen werden – in Kenntnis, dass die Zahlungen teilweise ohne Rechtsgrund erfolgen.

L I Q U I K O N
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Impressum:

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1. Vorsitzende : Bettina Rackowitz
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Steuernummer : 66 / 270 / 12859
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By | 2017-11-15T21:24:26+00:00 September 12th, 2017|APO Bank, Apobank Ärzte und Apothekerbank, Überhöhte Steuerbescheinigungen|Kommentare deaktiviert für APO BANK: Problematik Steuerbescheinigungen

APO Bank & der Trick mit dem Zins

Apobank und der Trick mit dem Zins

Zahlreiche Banken berechnen ihren Kunden bei Krediten offenbar zu hohe Zinsen.

DÜSSELDORF – 04.08.2016, 17:30 UHR

Rechtsanwälte verklagen unter anderem die Düsseldorfer Apobank, gegenüber Ärzten und Apothekern nicht korrekt abgerechnet zu haben. Derweil hat die Finanzaufsicht Bafin eine breit angelegte Untersuchung zur Zinspolitik der Banken und Geldinstitute eingeleitet.

Zahlreiche Banken und Geldinstitute sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, bei Krediten mit variablem Zinssatz ihren Kunden überhöhte Zinsen zu berechnen. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) scheint sich dabei in besonderem Maße hervorzuheben. So klagt die Münchener Kanzlei Rössner aktuell in zwei Fällen gegen das Düsseldorfer Geldhaus, das knapp 400.000 Kunden aus dem Bereich der Heilberufe hat. Zwischen 2010 und 2014 hat die Kanzlei bereits sieben Verurteilungen gegen das Geldhaus durchgesetzt.

Bei variabel verzinsten Krediten orientiert sich die Höhe des aktuellen Zinses an einem Basiszinssatz, in der Regel dem Drei-Monats-Euribor. Steigt dieser, erhöht sich auch der variable Zins für den Bankkunden. Sinkt der Euribor, sollte sich auch der Kundenzins entsprechend verringern. Doch hier scheint es zu hapern: Nach Erfahrung von Rössner-Rechtsanwalt Robert Buchmann erhöht die Apobank zwar schnell die Zinsen, lässt sich aber Zeit, sie bei einem sinkenden Euribor entsprechend rasch zu senken. Nicht selten würden dabei Wochen vergehen. Für die Bank ein zusätzlicher Profit.

Buchmann erklärt, dass die variabel verzinsten Kreditverträge mit einem Zinscap ausgestattet seien. Damit bewege sich der Zins innerhalb einer bestimmten Bandbreite, beispielsweise zwischen 3,5 und 4,5 Prozent. Allerdings, so Buchmann, halten die Gerichte den Cap wie auch die Zinsanpassungsklausel in der Regel für unwirksam, da die Geldinstitute in ihren Verträgen vielfach die Parameter nicht genau ausgewiesen hätten, nach denen sie den variablen Zins berechnen. So seien Klauseln oftmals zu allgemein formuliert. Im Falle der Apobank sei der Euribor als Referenzzinssatz nicht benannt worden, und auch die Höhe der jeweiligen Zinsänderung sei oftmals nicht klar.

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