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Bankfehler haben System2019-01-03T20:32:52+00:00

Bankfehler haben System


Das politisch korrekte Denken in Deutschland schreibt vor, Fehler von Banken seien grundsätzlich als Einzelfälle zu betrachten. Wird der Fehler einer Bank offensichtlich, dann ist es der Fehler eines einzelnen Mitarbeiters, eines schwarzen Schafes. Das ist nicht das Ergebnis einer polizeilichen oder bankrechtlichen Untersuchung, sondern die Vorgabe für eine solche Ermittlung. Politiker, Staatsanwälte, Richter und sogar die Medien halten sich an diese Denkvorgabe.

Die Wirklichkeit sieht in Deutschland aber anders aus. Als Beispiel greife ich nur eine Bank heraus, die Deutsche Ärzte- und Apotheker Bank eG, eine Genossenschaftsbank. Seit 2001 forderten 291 Kunden die Neuberechung ihrer Konten. 186 dieser Kunden erstattete die Bank bis 2011 Beträge von bis zu 30.000 Euro je Kunde. Rund zehn Jahre lang gab die Bank hunderten von Kunden zu viel abgerechnete Zinsen zurück. Ausgehend von dieser Praxis muss man zwingend annehmen, dass auch die Geschäftsführung Kenntnis von ihren Falschrechnungen hat.

Im Bayerischen Rundfunk kündigte die Apo Bank an, dass Sie ein Programm entwickelt hat, dass die Konten neu berechnet. Auf die Frage des Reporters, ob denn alle Kunden jetzt ihr zu viel gezahltes Geld automatisch zurück bekommen, antwortete der Bankensprecher, nein, nur wer sich auch meldet.

Bei der 2. und relevantesten Frage, mit welchem Program die Bank jetzt weiter rechnet, sagte der Bankensprecher, mit dem alten Program. Aufzeichnungen  genehmigt vom Bayerischen Rundfunk und sichergestellt. Obwohl die Apo Bank wusste, dass ihr altes Programm falsch rechnet und da rauf hin ein Bereinigungsprogramm erstellt wurde, verwendete die Apo Bank aus Gründen der Gewinnmaximierung weiterhin das Alte und somit falsche Programm.

Zumal das Oberlandesgericht Düsseldorf bereits in mehreren Urteilen die Bank zu erheblichen Erstattungen von fehlerhaften Zinsanpassungen verurteilte. In einem dieser Urteile hält das Gericht fest,

die Zinsberechnung des Kreditsachverständigen Härtl, „(…) die auch die Beklagte (ApoBank- d. Verf.) als in sich stimmig bezeichnet habe (…)“ seien richtig und die ApoBank hätte sich bei ihrer Berechnung „(…) nicht  an die für vergleichbare Kredite maßgeblichen Marktzinssätze gehalten (…)“.

In dem Zeittraum 2006 bis 2013 erstellte der Kreditsachverständige Rainer Härtl 82 Gutachten über 1.034 Kreditabrechnungen der Deutschen Ärzte- und Apotheker Bank. Alleine bei 439 Kontokorrenten war ein Schaden von 3,4 Mio. Euro durch falsche Anpassungen an den Marktzinssatz (siehe oben)  entstanden. Insgesamt stellte der Zinsexperte 16,6 Mio. Euro an unberechtigter Bereicherung durch die Bank fest.

In diesem Fall kann man kaum noch von Pleiten, Pech und Pannen oder gar von Einzelfällen sprechen, wie es die politische Öffentlichkeit in Deutschland fordert. Hier muss man, aus unserer Sicht, ein System der Falschabrechnung von Krediten unterstellen.

Nicht nur bei dieser einen Bank, die wir als Beispiel auswählten, sondern auch bei anderen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken darf man ein System von Falschrechnungen vermuten. Mit den immer gleichen „Fehlern“, wie falsche Zinstage, falsche Zinsanpassungen, falsche Verzugszinsen etc. schädigen sie ihre Kunden Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Zinsklau“. Rund drei Viertel der 170 fehlerhaften Kreditabrechnungen entfielen auf Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Falschberechnete Zinsen sind keine einzelnen Fehler bei einzelnen Banken, die durch „Schwarze Schafe“ unter den Mitarbeitern verursacht werden. Falschabrechnungen bei Banken haben System, das bestätigen mittlerweile auch Verbraucherschützer.

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Bettina Rackowitz

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